Medien : Zu meinem Ärger: Jens Wendland

Herr Wendland[worüber haben Sie sich in der]

Herr Wendland, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Dass das Radio der "FAZ" in Berlin, nur um am Kult-Objekt des ARD-Sports zu partizipieren, nun auch eine Art Fußball-Bundesligakonferenz installiert und sich auf einen Handel mit Rechten versteigt, die es noch gar nicht gibt. Anders als im Fernsehen ist die Berichterstattung im Radio von Rechten frei. Anspruch auf ihr Recht haben die Reporter und, weil dies öffentlich ist, der Hörer. "Vorne" im Sportteil und im Feuilleton der gedruckten FAZ wird gegen zu viel Kommerz im Sport gerichtet und gewettert, wird auch schon mal heftig gegen ARD und ZDF polemisiert, weil sie es aus programmlicher Eigensucht dem Mogul der Fußballrechte Leo Kirch mit der WM 2002 kommerziell allzu leicht machen würden.

Vielleicht steckt hinter der hektischen Akquisition dieses Mal kein ganz so kluger Kopf. Es mag absurd klingen, ist aber nach einem solchen Linsengericht zum Schaden freier Sportberichterstattung nicht so weit hergeholt. Wer sich fürs Radio heute Rechte besorgt, die es noch gar nicht gibt und damit die Kommerzialisierung des Sports befördert, dem flattert morgen vielleicht eine ganz andere unerbetene Rechnung ins Druckhaus - warum nicht ein Rechtehandel mit dem Sportveranstalter für die Sportreportage in der Zeitung?

Gab es auch etwas, worüber Sie sich gefreut haben?

Dass gestern Abend Anne Will, eine Kollegin aus dem SFB, zum ersten Mal die "Tagesthemen" der ARD moderiert hat. Hier stinkt kein Eigenlob fürs eigene Haus, sondern damit zeigt sich wieder, dass dieser Sender - wie früher auch der Berliner RIAS - eine Talentschmiede für Fernsehen und Radio der ganzen Republik geblieben ist.

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