Zu meinem ÄRGER : Keine Comedy beim Fußball!

Zwischen Champions League und Harald Schmidt: Die Medien-Woche im Blick des Moderators Mitri Sirin.

Mitri Sirin. Foto: ZDF
Mitri Sirin.Foto: ZDF

Herr Sirin, worüber haben Sie sich in den Medien in dieser Woche denn am meisten geärgert?

Da war ich Mittwoch aber begeistert, dass ich das Champions-League-Spiel Schalke gegen Valencia über Sat 1 per Internet-Livestream verfolgen konnte. In meiner Küche. Wow. Aber wer hat eigentlich gesagt, dass man als Fußball-Fan Comedy braucht, um die Halbzeitpause zu überbrücken. Das Spiel bot genügend Unterhaltung. Sat 1 bietet seinen Internet-Konsumenten statt Werbung „Fun Dubbings“. Da werden Szenen von Fußball-Promis genommen und mit pseudowitzigen Dialogen unterlegt, quasi synchronisiert. Beispiel: Bayerns Rummenigge zeigt Bayerns Geschäftsführer seine neue stylishe Brille. Ach egal, den Rest habe ich vergessen ... Vermutlich war das, was Rummenigge und Co. im Original gesagt haben, zehn Mal lustiger als das, was sich findige Comedy-Redakteure ausgedacht haben.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Eine der Lichtgestalten unserer Zeit – nicht KTG, auch nicht der wahre adelige Kaiser Franz – sondern Harald Schmidt hat sich in der „FAZ“ zu Wort gemeldet. Er fasst das Seelenleben der „Wutbürger“ seiner Heimat Baden-Württemberg vor der Landtagswahl zusammen. Von der schwäbischen Hausfrau bis zur „Amihur“. Dabei vergisst er auch Gaddafi, Lothar Späth und 400 Kilo Kirschen nicht. Fast hätte ich Lust wählen zu gehen, aber kann ich ja gar nicht. Bitte mehr davon.

Ihre Lieblings-Website?
http://newsmap.jp. Mit einem Klick kann man sich über die Nachrichtenlage in anderen Ländern informieren. Das reicht von Argentinien bis Neuseeland. E10, van Gaal, Magath und Guttenberg kann man dann ganz schnell hinter sich lassen.

Mitri Sirin ist Moderator von „RBB Aktuell“, „ZDF Heute“ und „ZDF Morgenmagazin“

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