Zu meinem ÄRGER : Klartext statt Wortbruch

n-tv-Moderator Heiner Bremer ist mit den Leistungen der überregionalen Zeitungen in der Nachwahlwoche alles andere als zufrieden.

Heiner Bremer moderiert seit zehn Jahren "Das Duell auf n-tv".
Heiner Bremer moderiert seit zehn Jahren "Das Duell auf n-tv". Für ihn war Stefan Raab der agilste Moderator des TV-Duells.Foto: n-tv

Herr Bremer, was hat Sie in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Gegen den offenkundig von der CDU nicht ausgeschlossenen Wortbruch gegenüber den Wählern hätte ich einen kollektiven Aufschrei der Medien erwartet. Dass sich die CDU im Wahlkampf gegen Steuererhöhungen ausgesprochen hat, während sich SPD und Grüne zumindest für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes eingesetzt haben, war schließlich wahlentscheidend. Dass nun selbst die großen überregionalen Zeitungen auf diesen Wechsel der Positionen mit verständnisvollen Kommentaren reagierten, ist schlicht ungeheuerlich. Mich hat zudem ziemlich verwundert, wie die Medien nach der Wahl auf die Opfertheorie der SPD hereingefallen sind. Der wahre Grund für das Abschneiden von Steinbrück lag in der Partei selbst, nicht in einer übermächtigen Angela Merkel. Das galt analog freilich auch für die FDP. Da hätte ich mir mehr Klartext gewünscht.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Erfreulich war die breite Berichterstattung in dieser Woche über die Wahl selbst, über Stimmungen, Strömungen bei Siegern und Verlierern, über Schwierigkeiten einer Regierungsbildung und über die Personen, die gehandelt – und auch die Konsequenzen gezogen haben. In der Breite habe ich das vor vier Jahren so nicht erlebt. Leser und Zuschauer konnten sich danach eine eigene Meinung aus diesen Vorkommnissen machen.

Welches Youtube-Video können Sie empfehlen?

Eindeutig das Youtube-Video mit der rockenden CDU-Spitze nach dem Wahlsieg – mit Volker Kauder als Leadsänger und selbst einer Kanzlerin, die sich hin und her bewegte.

Heiner Bremer moderiert für den Nachrichtensender n-tv den Talk „Das Duell“.

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