Zu meinem ÄRGER : Kreativität muss finanziert werden

Herr Hege, worüber haben Sie sich in den Medien in dieser Woche am meisten geärgert?

Dass durch das 900-Millionen-Sparprogramm von Bertelsmann weitere Einschnitte bei RTL bevorstehen. Damit sinken die Chancen auf die notwendigen Innovationen, zum Beispiel ein neues anspruchsvolles Format mit Günther Jauch. Die Wirtschaftskrise und die Folgen der Digitalisierung treffen die privaten Medien viel stärker als den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das bürokratische Drei-Stufen-Testverfahren ist darauf keine hinreichende Antwort. Beim Kongress der Medienwoche diskutieren wir von Montag an über die künftige Finanzierung von Kreativität und publizistischen Leistungen. Damit wollen wir auch der Politik Orientierung bieten, die nach der Wahl in Bund und Ländern gefordert sein wird.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Dass Berlin in dieser Woche den Höhepunkt des Medienjahres erlebt: mit der IFA, die sich als jährliche Leitmesse für alle digitalen Consumer-Geräte durchgesetzt hat und sich besser als erwartet in der Krise behauptet, mit der Medienwoche als inhaltlicher Begleitung, und mit dem einmaligen Fernsehereignis von „24h Berlin“ am Samstag.

Was ist Ihre Lieblingswebsite?

Derzeit www.alex-berlin.de. Dort sieht man, wie die Reform im Offenen Kanal vorankommt. Ich hoffe, dass noch mehr Kreative die dort gebotenen Möglichkeiten nutzen.

Hans Hege leitet die Medienanstalt

Berlin-Brandenburg. Die Einrichtung ist

unter anderem für die Zulassung privater

Radio- und TV-Sender zuständig.

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