Zu meinem ÄRGER : Lichtgestalt im Floskelmeer

Neil MacGregor und Ferdinand Piëch beschäftigen Christian Detig, den Musikchef des RBB-Kulturradios, in seinem Wochenrückblick.

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Herr Detig, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Schon wieder eine Lichtgestalt: Die Ankunft des „Schlossherrn“ Neil MacGregor als Gründungsintendant des Berliner Humboldt-Forums („Berlin wird ihn lieben“) überstrahlt alles: Konzept, Zeitplan, Raumfragen. Schwer, sich da nicht blenden zu lassen. Grelle Floskeln erledigen den Rest („wunderbare Stadt“, „Geschichte der Menschheit“). Und bei all dem Jubel merkt keiner, wie sehr der Senat schon jetzt hinterherhumpelt. Die kleinste Nachfrage klingt wie Miesmacherei. Vernetzung Hauptsache. Hoffentlich geht das gut.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Das englische Königsdrama in Wolfsburg ist auch im 2. Akt immer noch großartig. Piëch jetzt als King Lear („Der Geist des Alten“), Gattin Uschi weiter als Lady Macbeth („Steckt sie dahinter?“), die meuchelnde Verwandtschaft („Jetzt kommen die Nichten“). Der gütige Winterkorn probt einstweilen den Pater Lorenzo. So werden Renditezahlen lebendig! Herrlich! Wie’s weitergeht, steht ebenfalls bei Shakespeare, denn „bezahlt ihr jeden nach seinem Verdienst, wer ist da vor Schlägen sicher?“

Welche Webseite empfehlen Sie?

www.sarah.willis.com. Sexiest French horn alive.

Christian Detig ist Musikchef der RBB-Welle Kulturradio.

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