Zu meinem ÄRGER : Männer, die auf Telefone starren

28.10.2012 00:00 Uhr
Foto: Mike Minehan
Foto: Mike Minehan

Christhard Läpple, Redaktionsleiter "Aspekte", resümiert die Medienwoche.

Worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Über unkündbare Boni-Flughafenmanager, dopende Dauersieger auf Rennrädern und einen telefonierenden Parteisprecher. Aber leider auch über die altehrwürdige BBC. Jahrzehntelang konnte Top-Moderator Jimmy Savile ungeschoren Missbrauch treiben. Erst nach seinem Tod traute sich die BBC, eine Doku über die jungen Opfer zu senden, die zuvor aus dem Programm verbannt worden war. Jetzt ermitteln gleich zwei Untersuchungsausschüsse. Peinlich!

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Aber klar doch. Dass bayerische Parteisprecher nicht die Nachrichten der Sender bestimmen können, ist eine erfreuliche Geschichte.

In diesem Fall zeigte sich das ZDF konsequent und mit Augenmaß. Gut so! Öffentlich-rechtliche Sender gehören weder einer Partei noch irgendwelchen Interessenverbänden. Sie sind der Allgemeinheit verpflichtet. Dafür erhalten sie Gebühren. Das klingt altmodisch, ist aber – wie wir sehen – hochaktuell.

Welche Webvideos können Sie empfehlen?

Unbedingt www.der-postillon.com besuchen. Der Fürther Stefan Sichermann betreibt seine Satireseite praktisch im Alleingang. Dort klauen auch Fernsehleute heimlich ihre Witze. Sichermann hat das Futur III erfunden: „Nächstes Jahr wäre der Berliner Flughafen gewesen worden sein.“ Kurzum: eine Zeitform für künftige Ereignisse, die möglicherweise nie passieren werden.

Christhard Läpple ist Redaktionsleiter des ZDF-Kulturmagazins „Aspekte“

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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