ZU MEINEM ÄRGER : Margot Honecker singt Kampflieder

Frau Wedekind, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Dass es 20 Jahre nach dem Mauerfall noch Schlagzeilen geben muss wie diese in „Bild“: „Völlig irre: Margot Honecker feiert 60 Jahre DDR“. Den Ewiggestrigen gelingt es immer wieder, mit den abwegigsten Ideen (Frau Honecker posiert in Chile tatsächlich vor der DDR-Flagge mit Hammer und Zirkel und singt alte Kampflieder!) aus der Versenkung aufzutauchen.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Dass in einigen Feuilletons, zum Beispiel in der „Süddeutschen Zeitung“, genau das geschrieben stand, was ich empfunden habe, als ich mir am Dienstagmorgen von zwei Uhr bis vier Uhr im Cinestar-Kino am Potsdamer Platz die Michael-Jackson-Dokumentation „This is it“ angesehen habe. Da wirbelte ein mit ultimativen Talenten gesegneter Künstler über die Bühne, tanzte und sang mit Präzision und Leidenschaft; all die Merkwürdigkeiten seines Lebens schienen wie weggewischt. Ich war und bin fasziniert.

Welche Website können Sie empfehlen?

http://www.waffenstillstand.net, der Blog zum Debütfilm von Lancelot von Naso, in der Hauptrolle der Berliner Max von Pufendorf als TV-Journalist im Irakkrieg. Den Film, der gerade auf den Hofer Filmtagen seinen dritten Preis gewonnen hat, begleite ich publizistisch.

Beate Wedekind ist Journalistin, Fernsehproduzentin und PR-Beraterin. Sie lebt leidenschaftlich gern in Berlin-Kreuzberg.

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