Zu meinem ÄRGER : Maut und Markwort

Christian Deutschländer, Chefkorrespondent des "Münchner Merkur" resümiert die Medienwoche - und ärgert sich über die Mautberichterstattung der Online-Medien.

Christian Deutschländer.
Christian Deutschländer.Foto: Promo

Herr Deutschländer, worüber haben Sie sich diese Woche in den Medien am meisten geärgert?

Die Maut-Berichterstattung, vor allem in den Online-Medien. Jeder darf die Maut für Unsinn halten und den Verkehrsminister für eine Pflaume. Dobrindt hält's aus. Aber mich stört, dass die Kritik teils massiv überbetont wird. Jeder, bis zur fünften Reihe, durfte wochenlang draufhauen. Das ist dann ein „Riesen-Aufstand“. Wenn Dobrindt hart bleibt, wird er als stur und unbelehrbar beschrieben. Wenn er Kritik annimmt und sein Konzept ändert, heißt es, er knicke ein, falle um. Ich will nicht die Maut verteidigen, aber das läuft mir einfach zu reflexartig.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?
Wundervoll fand ich, was „Kontrovers“ vom BR aus dem Archiv gekramt hat: Aufnahmen, wie Horst Seehofer noch vor ein paar Monaten voll Inbrunst verkündet hat, 2018 sei für ihn auf jeden Fall Schluss als Bayerns Ministerpräsident. „Es bleibt bei 2018, ich bitte Sie!“ Und: „Haben Sie mich schon mal erlebt, dass Ziele verändert werden?“ Alles andere, sagt er auf den Archivaufnahmen in seinem mitleidig-großonkeligen Tonfall, „ist schon wieder eine dieser diversen Medien-Enten“. Quak.

Welchen Twitter-Account können Sie empfehlen?

Neulich kam raus, dass Helmut Markwort als „Moritz Rodach“ Texte über den FC Bayern geschrieben hat. Heikle Sache für einen FC-Bayern-Funktionär. Ein Witzbold hat sich nun das Pseudonym geklaut, twittert als „Moritz Rodach“ (@focussiert) pausenlos teils ziemlich witzigen Quatsch für Fußball-Nerds und schreibt satirisch für Zeit online. Ich habe bisher keine Ahnung, wer dahinter steckt – aber er scheint sonst ziemlich wenig zu tun zu haben.

Christian Deutschländer ist Chefkorrespondent sowie Vize-Chef des Politikressorts beim „Münchner Merkur“. Er betreut vor allem die Berichterstattung aus dem bayerischen Landtag.

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