Zu meinem Ärger : Medien lassen Konklave scheitern

Alexander Görlach, Herausgeber und Chefredakteur des Magazins "The European", ärgert sich über fehlerhafte Berichte zur Papst-Wahl und freut sich darüber, dass er das Kirchenoberhaupt probeweise selbst aussuchen durfte.

Alexander Görlach ist Herausgeber und Chefredakteur des Magazins "The European".
Alexander Görlach ist Herausgeber und Chefredakteur des Magazins "The European".Foto: Lars Mensel

Herr Görlach, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Bei der Papstberichterstattung hat mich gestört, dass einzelne Medien nach dem ersten Wahlgang geschrieben haben, dieser sei „gescheitert“. Das ist Unfug. Zum einen, weil niemand mit einem Ergebnis beim ersten Wahlgang gerechnet hat. Zum anderen, weil ein Scheitern bedeuten würde, dass danach keine weiteren Wahlgänge mehr möglich gewesen und ein neues Konklave hätte einberufen werden müssen. Beides war nicht der Fall. Dazu wurden die Nachrichtenkollegen über Gebühr nervös, als der neue Papst länger von der Sixtina auf die Loggia des Petersdoms gebraucht hat, als der alte. Benedikt hatte den Weg in „23 Minuten“ zurückgelegt. Es dauert halt so lange wie es dauert.

Gab es auch etwas, über das Sie sich freuen konnten?

Sehr gelungen war der Wahl-O-Mat der britischen Zeitung „Guardian“. Da konnte man nach Kriterien eine eigene Papstauswahl treffen. Dumm war es, wenn man sich, wie ich, einen liberalen Papst unter 70 gewünscht hat. Dann blieben nur noch zwei Kandidaten übrig. Ups.

Welches Youtube-Video empfehlen Sie?

Etwas für die Lachmuskeln: Die fiesesten Weckmöglichkeiten selig Schlummernder – mit Tröten und Mausefallen

https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=aIyQn9jRjP8

Alexander Görlach

ist Herausgeber und Chefredakteur des

Debatten-Magazins

„The European“.

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