Zu meinem ÄRGER : Mission verfehlt

Die Medien haben den Fall Edathy juristisch unzureichend eingeordnet, meint Diane Hielscher, Moderatorin beim Berliner Radiosender FluxFM.

Diane Hielscher moderiert für FluxFM die Sendungen „Superfrüh“ und „StadtLandFlux“
Diane Hielscher moderiert für FluxFM die Sendungen „Superfrüh“ und „StadtLandFlux“.Foto: Michael Stöcker/Promo

Frau Hielscher, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert ?

Mir ist vor allem der Umgang mit dem Fall Edathy in den sozialen Netzwerken und der Boulevard-Presse aufgefallen („Der Schweinheilige“, „BZ“). Da wurde Empörung getwittert und Sprüche bei Facebook geposted wie: „Da kann #Edathy ja froh sein, dass er nur Kinderpornos runtergeladen hat und keine Musik. Sonst hätten sie ihn ja richtig drangekriegt.“ Till Schweiger fragte im „Stern“: „Warum kann dieser Mensch das Gericht als freier Mann verlassen?“ Den Medien ist es ganz offensichtlich nicht gelungen, den Fall juristisch in Relation zu setzen. Der Besitz von Kinderpornografie ist nach dem deutschen Strafgesetzbuch kein Schwerverbrechen. In diesem Fall gab es keine Beweise. Das gefällt mir alles auch nicht, aber wir leben Gott sei Dank in einem Rechtsstaat.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Ja, den Offenen Brief an Gabriele Krone-Schmalz von Matthias Freise, er ist Professor an der Universität Göttingen. Er schreibt: „Von dieser politischen Führung in Russland werden alle Ideale dieser Kultur in den Schmutz getreten – Tolstojs Pazifismus, Dostoevskijs Verantwortungsgefühl, Cechovs Aufrichtigkeit, Puškins Europäismus, Turgenevs Solidarität mit den kleinen Leuten …“ Ich habe den Brief allerdings über Facebook und nicht in einer Zeitung gefunden.

Welche Webseite können Sie empfehlen?

Die App Flipboard benutze ich täglich. Hier kann man sich seine eigenen Magazine zusammenstellen.

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