Zu meinem ÄRGER : Mit dem Adlerpaar zu sich selbst

Einfach mal die Augen zulassen: Die Medien-Woche im Blick von Regisseurin Lola Randl.

Regisseurin Lola Randl Foto: Philipp Pfeiffer
Regisseurin Lola RandlFoto: Philipp Pfeiffer

Frau Randl, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien denn am meisten geärgert?

Ich habe keine Lust, mich zu ärgern. Es ist kurz vor Jahresende. Und welcher meiner Ärger ist es wert, zu diesem Wust an Ärgern 2015 noch hinzugefügt zu werden? Und zu welchem der vielen Wuste überhaupt? Zum „Star Wars“-Wust oder die offenbare Überforderung der Welt im Flüchtlingswust? Oder dem Klimakonferenzwust, oder war das diesmal gar kein Wust? Fast hätte ich den verpasst, wenn ich mir nicht hätte überlegen sollen, was mich denn nun genau ärgert. Wenn ich ehrlich bin, habe ich in diesem Moment vielmehr das Bedürfnis, die Augen zu schließen, als mich zu ärgern. Nicht weil ich nicht hinschauen möchte, sondern weil ich glaube, dass es irgendwann mal einen Punkt braucht, um zur Ruhe und sich selbst zu kommen. Das ist sehr sehr schwer geworden, denn selbst hier im hinteren Brandenburg erreicht mich das digitale Netz, wenn auch ein kleines bisschen langsamer.

Gab es auch etwas in den Medien, worüber Sie sich gefreut haben?
Zu meiner Freude kann man mit etwas Beherrschung die Augen auch mal zulassen und auch ohne den neuesten Achtsamkeitsblog zu lesen die Dinge und die Welt ganz deutlich wahrnehmen.

Ihr Lieblingsvideo im Netz?
Dazu habe ich die Empfehlung, beim hin und her klicken im Netz mal diesen Clip anzusehen. Das Video war mal ein Stream von einem brütenden Adlerpaar und brachte es da auf sagenhafte 200 Millionen Klicks. Dabei kann man probieren, wie lange man es aushält, die Augen zuzumachen, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen: https://www.youtube.com/watch?v=jo9ZVON-q3s.

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Lola Randl, Regisseurin, Drehbuchautorin, lebt in einem kleinen Ort in der brandenburgischen Uckermark, aktuell arbeitet sie an einer Kinoversion ihrer TV-Reihe „Landschwärmer“ (WDR).

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