Zu meinem ÄRGER : Narrenfreiheit ist Medienfreiheit

Thomas Schiller, epd-Chefredakteur, hält zur "heute-show" und resümiert die Medienwoche

Thomas Schiller
Thomas Schiller ist Chefredakteur des Evangelischen Pressedienstes (epd) in Frankfurt am Main und Berlin. Foto: epd
Thomas Schiller ist Chefredakteur des Evangelischen Pressedienstes (epd) in Frankfurt am Main und Berlin.Foto: epd

Herr Schiller, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Irritierend war der Hype um das Drehverbot für die „heute-show“ im Bundestag. Sicher sollte die Pressetribüne nicht zum Kabarett werden. Die meisten aktuell arbeitenden Parlamentskorrespondenten verfolgen die Plenarsitzungen aber ohnehin am Bildschirm in der Redaktion. Bringt ein Dreh der Oliver-Welke- Truppe die Würde des Hohen Hauses in Gefahr? Narrenfreiheit gehört zur Meinungsfreiheit. Till Eulenspiegel kennt auch nach 700 Jahren noch jedes Kind. Aber weiß noch jemand, wie der Herzog hieß, den er narrte?

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Nach anfangs großen Plänen und bescheideneren Vorankündigungen sind seit Freitag die Krautreporter im Netz – eine weitere Initiative, die die Umbrüche der Medienbranche als Chance für guten Journalismus nutzt. Lesenswert auf krautreporter.de ist Stefan Niggemeier zum Skandalisierungs-Büchlein von Udo Ulfkotte über den angeblich so korrupten Journalismus.

Welche App können Sie empfehlen?

Weitblick mal ganz unpolitisch: Wer in den Bergen immer schon wissen wollte, welche Gipfel er eigentlich sieht, sollte sich „Peakfinder“ aufs Smartphone laden. Die App liefert das beschriftete Panorama für jeden Standort in den Alpen – vorausgesetzt, man steckt gerade nicht im Funkloch.

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