Zu meinem ÄRGER : Quasselfernsehen zur Obama-Wahl

Andreas Wertz, Chefredakteur der RBB-Welle Inforadio in unserer sonntäglichen Medienkolumne

Herr Wertz, was hat Sie in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Absurd fand ich, was das deutsche Fernsehen zum Auftakt der amerikanischen Wahlnacht bot. Stundenlang durften wir Scharen von Reportern, Moderatoren und Gesprächspartnern zuschauen, die mangels konkreter Ergebnisse über Befindlichkeiten und Eventualitäten fabulierten, immergleiche Fragen stellten und Antworten gaben – transkontinentales Quasselfernsehen in Mehrfachausfertigung. So gesehen wäre es konsequent, die Sendungen zum Ausgang der nächsten Bundestagswahl am Sonntagnachmittag um drei Uhr zu beginnen.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Der ARD-Brennpunkt zur Wahl Obamas am Abend danach war einer der besten seit langem. Eine gute halbe Stunde Nachdenklichkeit, die dem Pathos des historischen Augenblicks die nüchternen (und teilweise ernüchternden) Fakten der tatsächlichen Verhältnisse entgegenstellte – großartig!

Andreas Wertz

ist Chefredakteuer von Inforadio, dem Nachrichtensender des Rundfunks Berlin-Brandenburg.

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