Zu meinem ÄRGER : Schulbücher toppen Pisa-Pleite

Herr Meyer, worüber haben Sie sich in der Woche in den Medien am meisten geärgert?

Was mich geärgert hat, waren die Meldungen über die Fehler in deutschen Schulbüchern. Das darf doch wohl nicht wahr sein: Jahrelang haben wir über türkisch-armenische Geschichtsklitterung den Kopf geschüttelt und es nicht für weiter erstaunlich gehalten, wenn in amerikanischen Schulbüchern die deutschdeutsche Grenze immer noch auftauchte. Aber dass im föderalistischen Hin und Her geprüfte deutsche Schulbücher, die Krönung des Verlagswesens gewissermaßen, Fehler zuhauf enthalten, ist eine Niederlage des deutschen Bildungssystems, die die Pisa-Pleite noch übertrifft und ein merkwürdiges Licht auf die Korrekturfähigkeit unserer Pädagogen wirft.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Dass es mutige Leute gibt, die in der Diktatur von Myanmar den letzten Kampf der Militärs dokumentieren und unter größten Gefahren atemberaubende Bilder ins Ausland schaffen. Ein Loblied auf die versteckte Kamera, die ja sonst immer als die Perfidie schlechthin des privatwirtschaftlichen TV-Journalismus abqualifiziert wird.

Ulrich Meyer

ist Moderator des

Magazins „Akte“

im Programm

von Sat 1.

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