Zu meinem ÄRGER : So bleibt man der Wahrheit fern

Zu groß für den Präsidenten: Die Medien-Woche im Blick von Radio-Eins-Chef Robert Skuppin.

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Foto: RBBFoto: rbb/Jenny Sieboldt

Herr Skuppin, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Da hat der Chefredakteur der „Bild“-Zeitung einen Schimpf- und Drohanruf des Bundespräsidenten auf der Mailbox, aber verschweigt das in seiner Zeitung. Allerdings plaudert er in Journalistenkreisen so intensiv darüber, dass bald alle wissen, was passiert ist, und darüber dann auch berichten. So kommt man der Wahrheit aber nicht näher, der Bundespräsident selbst klärt nur scheibchenweise auf, und die „Bild“-Zeitung weiß vielleicht erheblich mehr über die Vorgänge, als sie schreibt.

Gab es denn auch etwas, worüber Sie sich in dieser Woche in den Medien gefreut haben?

Das Amt des Bundespräsidenten ist entmystifiziert. Da hieß es doch früher, er sei eine moralische Instanz, eine politische Autorität, ein Hüter unserer Werte.

Seine Aufgabe war es, mit symbolischer Politik eine Leitfigur für alle zu sein. Jetzt sitzt da ein Mensch, dem man nicht alles glaubt, dem man nicht vertraut, der seinen Vorteil sucht und dies auch noch unbeherrscht. Das Amt ist zu groß für den amtierenden Präsidenten, aber mittlerweile wohl auch für andere. Erfreulich ist, dass die Diskussion darüber jetzt eröffnet ist.

Was ist derzeit Ihre Lieblings-Website, Ihr Lieblings-Video im Internet?

Shoe für you, Mr. President! http://www.facebook.com/events/265735003480723/

Robert Skuppin

47, seit 1. Juni 2011 Programmchef von Radio Eins im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

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