ZU MEINEM ÄRGER : "So langweilig kann Erfolg sein"

Regisseur Jan Bonny ärgert sich über eine Diskussion zum "Audience Flow", freut sich über die Arroganz von "Politico" und rätselt über ein Youtube-Video

Jan Bonny
Jan Bonny präsentierte sein Regiedebüt „Gegenüber“ 2007 bei den Filmfestspielen in Cannes. Das Filmfest München zeigte Ende Juni seine aktuelle Arbeit „Über Barbarossaplatz“ für den WDR. Foto: Paul Schöpfer
Jan Bonny präsentierte sein Regiedebüt „Gegenüber“ 2007 bei den Filmfestspielen in Cannes. Das Filmfest München zeigte Ende Juni...Foto: Paul Schöpfer

Worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?
Über die Diskussion zu „Audience Flow“ und Verweildauer. Also, nicht so sehr über die Diskussion, die ist interessant, sondern über die schlappe und von manchen Protagonisten begeistert vorgetragene Idee, dass ein Sender nur dann erfolgreich sein kann, wenn er sein Publikum möglichst lange an einem Stück in seinem Programm hält. Oder dass eine Website nur dann gelungen ist, wenn man möglichst lange auf der Seite verweilt. Es ging auch um Programmarchitektur und Content-Hierachisierung, weniger um inhaltlichen Anspruch oder Qualität. Die Idee von Erfolg, die dahintersteckt, ist defensiv und langweilig.


Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?
Ja, viel. Dietmar Dath hat in der „FAZ“ einen Artikel zu Sylvester Stallones 70. Geburtstag geschrieben, den Titel habe ich mir gemerkt: „Dem Kampf schöne Augen machen“. Und ich finde den flapsigen, angelsächsisch-arroganten Tonfall des europäischen „Politico“-Newsletters interessant, meistens gespickt mit Anzeigen für Google oder Qualcomm. Dieser Blick auf die Welt freut mich ebenso, wie er mich erschüttert.


Welches Video können Sie denn empfehlen?

Mein Freund Jens hat mir da letztens was geschickt, da rätsele ich noch: https://www.youtube.com/watch?v=xuIiYOgtEuY

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