Zu meinem ÄRGER : So scharf wie Twitter

Spreeblick-Blogger Johnny Haeusler freut sich über die erfreuliche Tiefe vieler Medienbeiträge zum Thema Internet-Sperren.

Johnny Haeusler
Haeusler
Johnny Haeusler -Foto: promo

Herr Haeusler, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien geärgert?



Darüber, dass mancherorts noch immer von einem „Gesetz gegen Kinderpornografie“ gesprochen oder geschrieben wurde, wenn es tatsächlich um die geplante und aktuell sehr kontrovers diskutierte Änderung des Telemediengesetzes geht. Ich mache in meinen Texten natürlich selbst auch mal Fehler oder drücke mich missverständlich aus, in diesem Fall jedoch ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Allein um weitere Unterstellungen zu vermeiden, wie sie Wirtschaftsminister Freiherr von und zu Guttenberg tätigte, der die 80 000 Mitzeichner der E-Petition gegen Netzsperren der Unterstützung von Kindesmissbrauch verdächtigte.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Absolut! Ich war sehr erfreut über die Qualität und Tiefe vieler Artikel zur geplanten Gesetzesänderung und der Vorgehensweise von Familienministerin Frau von der Leyen. Der Ton der Kritik an der Bundesregierung war beispielsweise in der „Zeit“, der „FAZ“ und sogar der „Welt“ teilweise so scharf wie sonst nur in Blogs oder bei Twitter.

Welche Webseite können Sie empfehlen?

Kickstarter.com ist ein spannendes Portal, welches beweist, dass der Web-2.0- Hype noch lange nicht am Ende seiner Möglichkeiten angekommen ist. Bei Kickstarter stellen Künstler, Filmer, Autoren und viele andere ihre Projektpläne vor und bitten um finanzielle Unterstützung. Erst wenn der vom Initiator geplante und angegebene Projekt-Etat komplett finanziert wurde, fließt das Geld tatsächlich in das Projekt. Banking 2.0, sozusagen, und eine wunderbare Möglichkeit, die Kraft der virtuellen Gemeinschaft zu nutzen, um herkömmliche, oft frustrierende Finanzierungswege zu umgehen.

Johnny Haeusler ist vor allem mit seinem Blog Spreeblick bekannt geworden. Der Ex-Frontmann der Band Plan B gehört zu den Mitveranstaltern der Blogger-Konferenz re:publica.

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