Zu meinem ÄRGER : Stoppt das Lanz-Bashing

Das Fernsehen braucht keine Online-Petitionen, meint Sarah Zerdick, die für die RBB-Welle RadioBerlin 88,8 zwei Wochenendsendungen moderiert.

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Foto: RBBFoto: rbb/Peter Rauh

Frau Zerdick, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Über den medialen Aufschrei nach dem missglückten Interview von ZDF-Moderator Markus Lanz mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Ich gebe es zu: Ich bin nicht der größte Lanz-Fan. Seine Art, Frau Wagenknecht im Gespräch derart über den Mund zu fahren und seine persönliche politische Meinung in den Mittelpunkt zu stellen, empfinde ich als frech, wenn nicht sogar peinlich. Aber jetzt per Onlinepetition seine Absetzung zu fordern, geht dann doch etwas zu weit. „Lanz-Bashing“ ist schick geworden. Einfach umschalten hilft aber auch!

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Natürlich. Sehr süß fand ich die Idee eines Seniorenstiftbetreibers aus Essen, der für einen Kalender die Bewohner als Filmstars fotografieren ließ. So wurde eine 84-Jährige zu Marilyn Monroe und ein 89 Jahre alter Rentner zu James Bond. Dass über diesen bezaubernden Kalender online und auch in den Zeitungen berichtet wurde, hat mich sehr gefreut.

Welche Internetvideo empfehlen Sie?

DAS Youtube-Video der Woche natürlich: Studentin Julia Engelmann aus Bremen trägt ihr nachdenkliches Gedicht auf Grundlage eines Popsongs vor, und es wird millionenfach geklickt. Der Hype war vielleicht etwas übertrieben, aber sie hat mich mit ihren Worten berührt. Poesie für den Alltag!

Sarah Zerdick moderiert für RadioBerlin 88,8 des RBB die beiden Sendungen „Der lange Sonnabend“ und „Der lange Sonntag“.

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