Zu meinem ÄRGER : Textandroiden im „Spiegel“

19.08.2012 00:00 Uhr
Paula Lambert ist Kolumnistin und Buchautorin. Foto: Manuel Krug
Paula Lambert ist Kolumnistin und Buchautorin. Foto: Manuel Krug

Paula Lambert resümiert die Medienwoche.

Frau Lambert, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Über die zutiefst heuchlerische, rein Werhat-den-Längeren-motivierte Diskussion darüber, ob „SZ“-Kulturchef Thomas Steinfeld alias Per Johansson in „Der Sturm“ tatsächlich einen dem „FAZ“-Herausgeber Frank Schirrmacher sehr ähnlichen Mann hingemeuchelt hat oder nicht. Es handelt sich um ein fiktives Werk und ein fiktiver Mörder darf killen, wen er will. Was wäre die Welt ohne Männerfeindschaften? Zumal die Zeitungen Tag für Tag Menschen hinrichten, mit Bild und unter Nennung des vollständigen Namens.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Über die Erkenntnis, dass im „Spiegel“ inzwischen wirklich alle Texte gleich klingen.

Ich vermute, man probiert dort gerade einen Textandroiden aus, und die Reporter fliegen nur noch zum Schmuck in der Gegend herum. Es muss ein herrliches Leben sein!

Welche Homepage können Sie denn empfehlen?

Damit man nicht bitter wird, muss man gelegentlich etwas sehr Leichtes ansehen. Unter www.cakewrecks.com findet sich ein herrlicher Blog über missglückte US-amerikanische Konditorkunst. Ein bisschen Sahne am Tag muss einfach sein.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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