Zu meinem ÄRGER : Wahrheits-Check beim „Tatort“

Susan Atwell versteht die Nachbesprecherei beim "Tatort" nicht und freut sich über den Cannes-Erfolg des deutschen Beitrags "Toni Erdmann"

Susan Atwell
Susan Atwell arbeitet als TV -Moderatorin für HR und MDR.
Susan Atwell arbeitet als TV -Moderatorin für HR und MDR.Foto: Axel Kirchhof

Frau Atwell, worüber haben Sie sich in den Medien am meisten geärgert?

Weniger Ärger als Verwunderung. Sonntagabends mit dem „Tatort“ das Wochenende ausklingen zu lassen und sich damit selber eine sanfte Rampe in die Arbeitswoche zu bauen, ist einfach zu perfekt. Doch warum dann trotz „Tatort“-Kults so ein Gewese mit den verschiedensten „Tatort: der Logik- und Wahrheits-Check“-Gedöns machen? Diese ständige Nachbesprecherei und Seziererei hat so etwas Rechthaberisches an sich. Das zerstört den ganzen Zauber und schon ist die ganze Entspannung eines schönen Fernsehabends dahin. Anderseits: Wenn echte, unverstellte Polizeiarbeit die Menschen so interessiert, wäre es dann nicht an der Zeit, eine entsprechende Serie zu entwickeln?!

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Dass Maren Ade mit ihrem Film „Toni Erdmann“ in Cannes so überwältigend bei Zuschauern, Kritikern und Filmeinkäufern angekommen ist. Damit wurde ihre Arbeit, die Arbeit ihres Teams sowie das Engagement ihrer Produzenten aufs Höchste gewürdigt. Und sie hat gezeigt, dass es möglich ist, mit deutscher Kultur international zu begeistern – solange man sich und seiner Vision treu bleibt!

Welches Video können Sie empfehlen?

Wenn man als Mutter stolz ist auf seine Kinder, sollte man sie das auch wissen lassen. Also empfehle ich ganz uneigennützig den YouTube-Kanal meiner Tochter Ema. Ihre Themen? Das Internet, die Schule, Freunde und wie es so ist, in dieser Welt heranzuwachsen. (https://www.youtube.com/user/0pancakes0)

Susan Atwell moderiert für den HR das Magazin "Maintower" und für den NDR "Rund um den Michel"

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