Zu meinem ÄRGER : Warum gibt Yahoo Daten weiter?

Frau Frohloff, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Ein ungeheuerlicher Vorgang fand wenig Beachtung in den deutschen Medien: Ein offizielles Schreiben der chinesischen Regierung ist aufgetaucht. Das belegt offenbar, dass Yahoo persönliche E-Mail-Daten eines Regimekritikers an die chinesische Regierung weitergab, obwohl das Unternehmen wusste, dass dies zu der Verhaftung des Journalisten führen würde. Shi Tao wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Seit langem wird Yahoo vorgeworfen, sich an der Internetzensur in China zu beteiligen und persönliche Daten von kritischen Journalisten an den Geheimdienst weiterzugeben. Ein Thema, über das ich gerne mehr lesen würde!

Gab es auch etwas, worüber Sie sich gefreut haben?

„Only bad news are good news?“ Das war gestern! Das Wirtschaftsmagazin „brand eins“ macht vor, wie es anders geht: Die Blattmacher zeigen jeden Monat neu, wie man vermeintlich reine Wirtschaftsthemen auf erfrischend andere Weise aufbereiten und erklären kann. Besonders lesenswert: die Serie „Soziale Innovation“. Diesmal: Eine Reportage über ein erstaunliches Projekt: Die renommierte Deutsche Kammerphilharmonie Bremen hat ausgerechnet in einem der schlimmsten Problemviertel der Stadt Quartier bezogen. Die Musiker proben und arbeiten in der umgebauten Aula einer Gesamtschule und musizieren gemeinsam mit sozial benachteiligten Schülern. Elite goes social. Mehr von solchen Nachrichten!

Astrid Frohloff ist

Moderatorin des Wissensmagazins

„N24 Wissen“ und

geschäftsführendes

Vorstandsmitglied von „Reporter ohne

Grenzen“.


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