Zu meinem ÄRGER : Warum läuft „Hunger“ so spät?

Foto: Amdela Wartenberg
Foto: Amdela Wartenberg

Frau El Masrar, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Die miese Sendezeit der Dokumentation „Hunger“ um 22 Uhr 45 im Ersten am Montag. Für die öffentlich-rechtlichen Sender war es mal wieder typisch, dass solch eine wertvolle und wichtige Dokumentation zu später Stunde gezeigt wurde. Menschen sterben weltweit täglich an Unterernährung, während der geringe Teil der Weltbevölkerung an Übersättigung zu platzen droht. Es geht um Menschenleben und Verantwortung, der man sich stellen muss. Umso mehr, als seit Jahrzehnten Millionen von Menschen nach wie vor ihrem Schicksal ausgeliefert sind. Dieselbe Beharrlichkeit, mit der hierzulande über die gescheiterte Integration von einer Minderheit in Deutschland diskutiert wird, wünsche ich mir, wenn nicht sogar eine größere Aufmerksamkeit für jenes Elend in einigen Teilen der Welt. Ein guter Anfang wäre es gewesen, die Doku „Hunger“ mal um 20 Uhr 15 zu zeigen.

Gab es auch etwas, über das Sie sich freuen konnten?

Ja, dieser mit viel Poesie, Liebe, Freundschaft und Genuss gespickte Film „Zimt & Koriander“ im Arte-Programm . Er ist so warmherzig, wie man nur selten einen Film erlebt.

Welche Website, welches Youtube-Video ist derzeit Ihr Favorit?

An Stelle eines Youtube-Videos möchte ich den Lesern einen informativen Link zur 50-jährigen Unabhängigkeit des afrikanischen Kontinents empfehlen. Hier erhält man einen umfassenden Eindruck von den jeweiligen Ländern des Kontinents und von seinen Menschen: http://afrika.arte.tv

Sineb El Masrar,

Autorin („Muslim Girls“), Herausgeberin von „Gazelle“, einer

Frauenzeitschrift für Migrantinnen:

www.gazelle-

magazin.de

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