Zu meinem Ärger : Wie geht’s, Herr Ackermann?

Der Geschäftsführer vom Berliner Fenster, Andreas Orth, macht seinem Ärger Luft.

Herr Orth, worüber haben Sie sich denn in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Hurra, sie ist da, die Krise. „Showtime“ für die Medien, besonders für das Leitmedium Fernsehen. Global, von ungeheurer Dimension, und nach allgemein verbreitetem Verständnis bringt sie die größte Volkswirtschaft ins wanken. Es ärgert mich dann schon sehr, wenn nicht nur hier und da Reporter anstatt auf Analyse auf der Suche nach Stimmungsbildern sind. Hier ein bisschen Wallstreet, jetzt ein bisschen Washington, wie ist denn die Stimmung auf dem Parkett in Frankfurt? Deshalb passt es auch ins Bild, dass bei der gerade jetzt pikanten Wahl des „banker of the year“ Herr Ackermann nach seiner Stimmung gefragt wird. Getoppt wird diese ungeschminkte Oberflächlichkeit nur noch durch das allseits beliebte Durchwinken des 700-Milliarden-Dollar-Paketes der amerikanischen Regierung. Doch, Huber und Beckstein sei gedankt, zeichnet sich am Horizont eine neue Krise ab. Wie ist die Stimmung in München? Vielleicht kann man so das ganze Bankenthema einfach durchwinken?

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Geradezu wohltuend dagegen der Kommentar in einem eher wortlastigen Medium. Zum gleichen Thema wird unter der Überschrift „Hurra, die Schule brennt“ versucht, uns vor unserer eigenen Schadenfreude gegenüber Amerika zu bewahren. Egal nun, ob man den Argumenten des Autors folgt oder nicht, es gibt wenigstens welche.

Andreas Orth ist Geschäftsführer vom Fahrgast Fernsehen Berliner Fenster.

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