Medien : Zu meinem Ärger

Herr Gaede[worüber haben Sie sich in der ver]

Herr Gaede, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche am meisten in den Medien geärgert?

Über einen Essay im "Spiegel", dessen Verfasser in den deutschen Reaktionen auf den 11. September allüberall pathologischen Anti-Amerikanismus aufschimmern sieht. Und die Komplexe ewiger - in Wahrheit schuldiger - Unschuldslämmer. Und was empfiehlt uns der Autor? Irgendwie ein Ende des Differenzierens und Relativierens beim Nachdenken über die Welt und uns; oder so. Irgendwie das Eingeständnis, dass wir zum Beispiel genau so gern aus dem Klimabündnis aussteigen würden wie die USA; oder so. Ein wahrlich richtungsweisender Beitrag zu den Grundlagen aktueller deutscher Außenpolitik ...

Gibt es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Eine schmucklose Reportage im "New York Times Magazine". Über einen 15-jährigen Jungen aus Mali, der auszog in ein unbekanntes Land, sich sein erstes Paar Schuhe zu verdienen. Und der in die Sklaverei geriet. Und sich befreite. Mit Schuhen an den Füßen. Das ein Happy End zu nennen, da muss einer schon verdammt bescheiden sein. Und doch ist es sogar eine schöne Geschichte. Ernst und unprätentiös. Solche Geschichten durchkreuzen den Lärm bei uns.

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