Medien : Zu viel Air Berlin: Zentis nicht mehr TV-Ordenssponsor

Joachim Huber

So ist das mit dem Spaß. Der hört schneller auf, als viele denken. Jetzt ist der Aachener Süßwarenhersteller Zentis für wenigstens ein Jahr als Hauptsponsor beim „Orden wider den tierischen Ernst“ ausgestiegen. Unternehmenschef Karl-Heinz Johnen sagte am Montag: „Wir haben uns als Hauptsponsor da nicht vertreten gefühlt.“ Dagegen sei Air Berlin, dessen Chef Joachim Hunold zum 57. Ordensritter geschlagen worden war, prominent und häufig in der Laudatio von Friedrich Merz (CDU) genannt worden. Er hatte den Namen der Fluglinie zehn Mal genannt. Zentis hat die TV-Sitzung 15 Jahre lang unterstützt, zuletzt mit einer sechsstelligen Summe.

Nach dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) zieht mit Zentis das erste Unternehmen Konsequenzen aus der Ordensverleihung an Hunold. Der WDR hatte bereits vergangene Woche verkündet, die Karnevalssitzung wegen der häufigen Nennung von Air Berlin künftig nicht mehr live zu übertragen.

„Wir wollen ganz klar zeigen, dass sich etwas ändern muss, auch bei der Auswahl der Ordensritter“, sagte Johnen. Bei Hunold habe offensichtlich die Hoffnung auf den neuen Sponsor Air Berlin die entscheidende Rolle gespielt. „Wenn man die Auswahl unter finanziellen Gesichtspunkten trifft, dann braucht man auch keine Sponsoren mehr. Dann kann man sich ja einen Ordensritter kaufen“, sagte Johnen. Sein Unternehmen wolle dem Aachener Karnevalsverein Verein (AKV) nicht schaden. „Aber die Entwicklung, die bei der letzten Sitzung zum Ausdruck kam, missbilligen wir aufs schärfste.“ Der AKV wollte die Entscheidung nicht kommentieren. Die Karnevalisten haben mit dem Ausstieg von Zentis keinen Hauptsponsor mehr. Die Aachener und Münchener Versicherung war schon vorher als Hauptsponsor ausgestiegen, nach Angaben des AKV aus unternehmensinternen Gründen.

Nach der Nominierung von Joachim Hunold hatten die Karnevalisten nach Angaben von Air Berlin bei der Fluglinie angefragt, ob sie als Sponsor einsteigen wolle. Da man nicht den Eindruck erwecken wollte, das Unternehmen hätte sich „eingekauft“, sollte erst nach der Sitzung entschieden werden.

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