Zum Tod von Mareike Carrière : "Die Welt mit anderen Augen sehen"

Mareike Carrière war eine der ersten TV-Polizistinnen und spielte mit Günter Pfitzmann in "Praxis Bülowbogen". Jetzt ist die Schauspielerin im Alter von 59 Jahren gestorben.

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Mareike Carrière ist tot. Von 1984 bis 1993 verkörperte sie die Polizistin Ellen Wegener in der ARD-Vorabendreihe „Großstadtrevier“.
Mareike Carrière ist tot. Von 1984 bis 1993 verkörperte sie die Polizistin Ellen Wegener in der ARD-Vorabendreihe...Foto: dpa

Die Schauspielerin Mareike Carrière ist in der Nacht zu Montag im Alter von 59 Jahren gestorben. Das gab ihr Management jetzt bekannt. Carrière litt seit zwei Jahren an einer Krebserkrankung, hatte dies aber nicht publik gemacht. Sie hatte an zahlreichen TV- und Kinofilmen mitgewirkt. Bekannt geworden war die jüngere Schwester von Mathieu Carrière in den 1980er Jahren unter anderem durch die TV-Serie „Großstadtrevier“.

Populär wurde die in Hannover geborene Schauspielerin durch ihre Rollen in TV-Serien. Von 1984 bis 1993 verkörperte sie die Polizistin Ellen Wegener in der ARD-Vorabendreihe „Großstadtrevier“. Sie war damit eine der ersten Polizistinnen im deutschen Fernsehen, nahm hierfür Karate- und Schießunterricht und hospitierte auch bei der Polizei. In der Serie „Praxis Bülowbogen“ (1986-1995) war sie als Ärztin neben Günter Pfitzmann zu sehen. In der Reihe „Schule am See“ (1996-1999) stellte die Schauspielerin eine unorthodoxe und beliebte Lehrerin dar.

Mareike Carrière ließ sich auf keine Rolle festlegen

Später folgten TV-Filme wie "Das Mädchen aus der Fremde", die der bis heute am häufigsten wiederholte Spielfilm der ARD ist. Mareike Carrière ließ sich auf keine Rolle festlegen. Für den Privatsender ProSieben spielte sie in der Comedy-Serie "Was nicht passt, wird passend gemacht". Von 2007 an stand sie im Theater am Kurfürstendamm mit "Die 7 Todsünden" wieder auf der Bühne. Mit diesem Stück ging sie 2010 zudem auf Deutschlandtournee. „Mareike Carrière hat sich schauspielerisch nie auf bestimmte Typen fixieren lassen“, sagte NDR-Intendant Lutz Marmor. „Ihre große Stärke war die Vielseitigkeit - vom Serienstar bis hin zur Charakterdarstellerin. Das Fernsehen verliert eine eindrucksvolle Persönlichkeit.“

Mareike Carrière war von 1981 bis 1994 mit dem Filmproduzenten Joachim von Vietinghoff verheiratet. 1993 verlegte sie ihren Wohnsitz nach Hamburg und heiratete dort 1997 den Zahnarzt Gerd Klement. Carrière hat sich sozial engagiert, sie war unter anderem Repräsentantin von Unicef und förderte das Hospiz Hamburger Leuchtfeuer.

"Die Welt mit anderen Augen sehen"

Neben ihrer schauspielerischen Tätigkeiten war Carrière von 2010 an als Präsenztrainerin, Atempädagogin und Veränderungscoach aktiv. "Ich bin Schauspielerin geworden, weil ich menschliches Verhalten ergründen und erleben und in meinen Mitmenschen etwas bewegen wollte. Dieselbe Motivation trieb mich an, als ich meine Ausbildung zur Atempädagogin und zum systemischen Coach absolvierte. Es gibt für mich kaum etwas Spannenderes, als mich in jemand anderen hinein zu versetzen und die Welt mit seinen Augen zu sehen", sagte sie in einem Gespräch mit Florian Vogel, dem Künstlerischen Leiter am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

Das Erste ändert am Mittwoch aus Anlass von Mareike Carrières Tod das Abendprogramm. Um 20 Uhr 15 sendet die ARD den Spielfilm "Meine Tochter und der Millionär" von 2009. In der Komödie trifft Jan Fedder auf Mareike Carrière in der Rolle der künftigen Schwiegermutter seiner Tochter . Der NDR zeigt am Mittwoch um 22 Uhr die Folge „Die lieben Alten“ (1992) aus der TV-Serie „Großstadtrevier“. Kurt Sagatz (mit dpa)

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