Medien : Zwist um „Qvest“: Magazingründer fristlos gekündigt

Ulrike Simon

Ein schmutziger Streit bahnt sich an zwischen dem Kölner Verlag Medikom und Constantin Rothenburg, Gründer des vielfach prämierten Magazins „Qvest“. Vergangenen Mittwoch stand die hauptsächlich aus freien Mitarbeitern bestehende Redaktion in der Alten Schönhauser Straße in Berlin-Mitte vor verschlossenen Türen. Der Verlag hatte die Schlösser austauschen lassen, Rothenburg wurde fristlos und ohne Angabe von Gründen als Herausgeber gekündigt. Am Freitag stellte Medikom ein neues Redaktionsteam für das aufwändig gestaltete Mode-Lifestylemagazin vor: Unter Leitung von Ashley Heath („Arena“, „The Face“) und David Girhammar („Rodeo Magazine“), beides Größen der internationalen Medienszene, soll „Qvest“ wieder innovativ und seinem Ruf als Vorreiter von Trends gerecht werden.

Offensichtlich störte sich Medikom daran, dass Rothenburg das von ihm erfundene „Qvest“ allzu sehr als sein eigenes Magazin ansah. Als Herausgeber mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten hatte er das Recht, Inhalte maßgeblich zu bestimmen. Allerdings hatte er mit seinem Vertrag als Herausgeber Medikom auch unentgeltlich die Marken- und Titelrechte von „Qvest“ überschrieben.

Rothenburgs Anwalt Simon Bergmann von der Kanzlei Schertz-Bergmann ficht nun die fristlose Kündigung an und fordert die Rückübertragung der „Qvest“-Rechte. Bergmann vermutet arglistige Täuschung im Vorgehen des Verlags. Vieles spricht seiner Ansicht nach dafür, dass Medikom von Beginn an geplant hatte, sich „Qvest“ anzueignen und Rothenburg loszuwerden. Uwe Schröder, Geschäftsführer und ebenfalls Herausgeber von „Qvest“, erinnerte im Gespräch mit dieser Zeitung an Rothenburgs früheren Versuch, „Qvest“ gemeinsam mit Gruner + Jahr herauszugeben. Auch dort trennte man sich im Streit. Medikom, ein Tochterunternehmen des Diözese-Verlags Bachem, habe sich daher absichern wollen, sagt Schröder.

Dem nicht genug, verschwanden aus der Redaktion in der Nacht auf Donnerstag Datenträger. Der Verlag hat Anzeige gegen unbekannt erstattet. All das wirkt mehr als ominös. Die Sache dürfte wohl vor Gericht landen.

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