Medienberichte : Rafael van der Vaart wechselt angeblich zu Real Madrid

Ist der Wechsel nun tatsächlich perfekt? Rafael van der Vaart soll laut spanischen Medien zu den "Königlichen" nach Madrid gehen. Der HSV dementiert noch.

Rafael van der Vaart
Ungewiss: Geht Rafael van der Vaart wirklich nach Spanien? -Foto: dpa

Madrid/HamburgDer Transfer des niederländischen Fußball-Nationalspielers Rafael van der Vaart vom Hamburger SV zu Real Madrid steht spanischen Medienberichten zufolge unmittelbar bevor. Wie der Rundfunksender "Cadena Ser" sowie die Sportzeitungen "As" und "Marca" am Donnerstag übereinstimmend meldeten, soll der 25 Jahre alte Mittelfeldakteur für neun Millionen Euro Ablöse zu den "Königlichen" wechseln. Beim HSV wurde dies jedoch dementiert. "Es gibt keinen neuen Stand", sagte Pressesprecher Jörn Wolf. Der Bundesligist hat demnach seit dem in der vergangenen Woche abgelehnten Angebot der Madrilenen über sieben Millionen Euro keine neue Offerte erhalten.

Vertrag gilt eigentlich noch bis 2010

Ursprünglich hatte es in Spaniens Presse geheißen, der Transfer würde am Wochenende am Rande des Emirates Cups in London perfekt gemacht werden, an dem neben dem HSV und Real auch Hausherr FC Arsenal und Juventus Turin teilnehmen. Dem Vernehmen nach könnten sich Real und der HSV nun aber schon vor Turnierstart auf den Wechsel des Spielmachers einigen. In diesem Fall würde van der Vaart bei der Veranstaltung nicht mehr für den HSV spielen. Der Vertrag des Oranje-Stars bei den Hanseaten läuft noch bis 2010, im Sommer 2009 könnte er aber für festgeschriebene 1,5 Millionen Euro vorzeitig wechseln.

Zuletzt hatte Real-Präsident Ramón Calderón der Sportzeitung "As" gesagt, eine Einigung mit dem HSV sei zum Greifen nahe. Vor allem der deutsche Coach des spanischen Rekordmeisters, Bernd Schuster, hatte in den vergangenen Tagen van der Vaarts Verpflichtung forciert. Der Spieler, dessen Mutter aus dem südspanischen Cádiz stammt, hatte stets betont, zu einem internationalen Top-Klub gehen zu wollen.

Kommt auch Ronaldo?

Die Transferpolitik sorgte beim spanischen Rekordmeister nun auch für interne Unruhe. Schuster kritisierte auf einer Pressekonferenz im Trainingslager in Irdning/Österreich die Clubspitze und beklagte sich über fehlende Kommunikation zwischen ihm, Präsident Calderón und Sportdirektor Pedrag Mijatovic. "Auch wenn wir bereits eine sehr gute Mannschaft haben, müssen wir uns weiter verstärken. Aber scheinbar wird noch abgewartet, ob nicht doch noch der ganz große Coup gelingt", meinte er in Anspielung auf eine mögliche Verpflichtung des portugiesischen Manchester-United-Starspielers Cristiano Ronaldo.

Calderón, der am Mittwoch in Irdning eintraf, ließ die Kritik an sich abprallen. "Schuster hat einen speziellen Sinn für Humor, seine Aussagen waren wohl ironisch gemeint", sagte der Klubchef und versuchte die Situation zu beruhigen. Der Deutsche werde immer als Erster informiert, sagte Rechtsanwalt Calderón weiter. Das Verhältnis zu ihm sei "wunderbar". Schuster könne für die neue Saison höchstens mit zwei neuen Spielern rechnen, ergänzte er, ohne Namen zu nennen. (sg/dpa)