Medienkonzerne : Schwächelnder Sender Sat.1 soll aufgepäppelt werden

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 konnte zwar den Gewinn vor Steuern steigern, der Umsatz stagnierte allerdings. Beim Sender Sat.1 brachen die Erlöse ein.

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Die ProSiebenSat.1 Media AG in Berlin -Foto: ddp

MünchenNach einem durchwachsenen zweiten Quartal will Deutschlands größter TV-Konzern ProSiebenSat.1 die Fusion mit der europäischen Senderkette SBS vorantreiben und das Programm des schwächelnden Senders Sat.1 verbessern. "Nur als wirtschaftlich starkes Unternehmen können wir die Gruppe weiter entwickeln, in Programm und neue Angebote investieren und uns im Wettbewerb gegen internationale Player behaupten", sagte ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch. Nach der Integration von SBS solle daher die Rendite deutlich steigen. An Investitionen ins Programm soll aber nicht gespart werden.

Im zweiten Quartal 2007 konnte ProSiebenSat.1 zwar den Vorsteuergewinn um fünf Prozent auf 143,6 Millionen Euro steigern. Der Umsatz stagnierte aber bei knapp 552 Millionen Euro. Bei Sat.1 sanken die Erlöse um neun Prozent auf rund 210 Millionen Euro. Der Vorsteuer-Gewinn brach um 13 Prozent auf gut 56 Millionen Euro ein. "Das Management hat das Ziel, die Leistung des Senders durch intensive Programmarbeit zu steigern und durch Investitionen in die Programmqualität wieder mehr Zuschauernähe zu gewinnen", teilte der Konzern mit. Dabei wolle Sat.1 weiterhin vor allem auf deutsche Eigenproduktionen setzen.

In den Quartalszahlen ist das Geschäft von SBS noch nicht berücksichtigt, da die Übernahme erst Anfang Juli vollzogen wurde. Im ersten Halbjahr wuchs SBS beim Umsatz doppelt so schnell wie der alte ProSiebenSat.1-Konzern, der um vier Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zulegte. "Die Integration der beiden Gruppen verläuft planmäßig", hieß es. Mit der Schaffung eines neuen Unternehmensbereichs "Group Content" will ProSiebenSat.1 die Entwicklung neuer Eigenproduktionen vorantreiben und Lizenzen für die Sender der Gruppe kaufen. Der neue europäische TV-Riese erreicht nach eigenen Angaben 200 Millionen Fernsehzuschauer in 13 Ländern. SBS ist dabei vor allem in Skandinavien, Benelux und Osteuropa stark vertreten. (mit dpa)