Meinung : „ Der Hund wackelt …

Albert Funk

… mit dem Schwanz, nicht umgekehrt.“

Günther Beckstein ist aufrichtiger fränkischer Protestant und ein politisches Schlitzohr. Man muss ihm einerseits zutrauen, dass er macht, was er sagt. Das heißt: Ein Bundesinnenminister Beckstein wäre noch mehr Polizeiminister als Otto Schily, was zwar nicht einfach ist, doch Beckstein ist zäh. Er weiß aber auch, dass Sagen und Machen in der Politik zweierlei ist. Zum Beispiel in einer Koalition mit der FDP. Dann würde für einen Bundesinnenminister Beckstein Luthers Wort nur in Abwandlung gelten: Hier stehe ich, ich will nicht anders, aber wenn’s denn sein muss, kann ich schon. Denn der jetzige bayerische Innenminister ist zwar ein Hardliner und Dickkopf, der nicht so schnell Ruhe gibt, aber keiner, der sich sinnlos verkämpft.

Und Beckstein weiß auch, dass seine Linie in der CDU nicht immer mehrheitsfähig ist. Dort tut man gern ein bisschen liberaler als man denkt, wenn es denn die CSU in Grenzen hält. Beim Thema BND-Umzug zeigt Beckstein schon jetzt, dass er kämpfen will, aber auch nachgeben wird. Der BND müsse in Pullach bleiben, fordert er. Aber es könnten ja nochmals tausend Mitarbeiter zu den schon 1500 nach Berlin ziehen – bei 6000 BNDlern insgesamt. Aber Pullach wird verteidigt – bis zum letzten Schlapphut.

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