Meinung : … Kenia

Dagmar Dehmer

erklärt, warum der kenianische Verkehrsminister Reiseverbot hat Seit Ende Juli steht der kenianische Verkehrsminister, Chris Murungaru, in gewisser Weise auf einer Stufe mit dem Präsidenten Simbabwes. Wie Robert Mugabe ist auch Murungaru in Großbritannien unerwünscht. Sein Visum ist ihm vom britischen Innenminister persönlich entzogen worden. Seither rätselt das ganze Land über die Gründe für den nicht eben diplomatischen Akt, der den Minister unter Umständen in der ganzen Europäischen Union zur unerwünschten Person macht.

Am Freitag diskutierte sogar das Parlament über das Reiseverbot für Murungaru. Gerüchte gibt es freilich genug. Murungaru steht im Ruf, korrupt zu sein. Erst im vergangenen Jahr hat er seinen Posten als mächtiger Minister für nationale Sicherheit verloren. Der Grund: Sein Ministerium hatte einen Vertrag mit einer zwielichtigen Firma abgeschlossen, die seit Mitte des vergangenen Jahres im Mittelpunkt des ersten großen eigenen Korruptionsfalles der seit 2002 regierenden Regenbogenkoalition steht. Außerdem hat Murungaru offenbar die Ermittlungen bei der Zerschlagung eines Kokainrings in Kenia ebenfalls im vergangenen Jahr nicht eben zur Zufriedenheit der europäischen Behörden gehandhabt. Die Täter sollen aus den Niederlanden und Kenia kommen.

Murungaru bestreitet jede Verwicklung in korrupte Geschäfte. Zwar fragen sich die Kenianer offen, wie ein Mann aus einfachen Verhältnissen es in knapp drei Jahren als Minister zu sichtbarem Reichtum hat bringen können. Doch Murungaru behauptet, nebenbei noch Unternehmer zu sein, wobei in der Öffentlichkeit unklar bleibt, was er unternimmt. Die Parlamentarier wollten am Freitag jedenfalls genauer wissen, warum Murungaru in Großbritannien unerwünscht ist. Erfahren haben sie, dass die britischen Behörden dem Minister in einem Brief mitgeteilt haben, sein Visum sei ihm entzogen worden wegen seines „Charakters, seiner Art zu führen und wegen seiner Verbindungen“. Das lässt Raum für weitere Spekulationen, was Murungaru nur zu bewusst ist. Wütend ließ er erklären, dass der Brief „nichts Konkretes, sondern lediglich Allgemeinplätze“ enthalte. Er wolle endlich eine Erklärung. Das sagt er, seit der Erlass bekannt geworden ist. „Dieser Bann ist das Böswilligste, was mir jemals passiert ist“, sagte er damals. Am Freitag gab ihm sein Präsident Mwai Kibaki zu verstehen, das Reiseverbot sei sein „persönliches Problem“. Als Murungaru zuletzt nach Großbritannien gereist war, hatte er sich wegen einer Handverletzung behandeln lassen, nachdem er im heimischen Bad gestürzt war.

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