Meinung : … Serbien

Thomas Roser über den Wunsch einer vollbusigen Popkönigin nach Versöhnung

Es war nach drei Monaten ihr erstes Konzert in Serbien, doch statt erwarteten 25 000 verloren sich am vergangenen Wochenende gerade 5000 Fans im Stadion von Knjazevac. „Ceca“, Serbiens größte Popdiva und Witwe des Kriegsverbrechers „Arkan“, sei von Depressionen geplagt, meldete darauf das Boulevardblatt „Press“. Grund sei das Zerwürfnis mit Medienmogul Zeljko Mitrovic.

Dabei schien der 33-jährigen Svetlana Raznatovic zu Jahresbeginn endgültig der Aufstieg aus Serbiens Halbwelt geglückt. Am orthodoxen Neujahrsfest durfte sie als Wahlkampfhelferin von Vojislav Kostunica dem Premier in Belgrad vor 100 000 Zuhörern gar ein Ständchen trällern.

Doch kurz darauf ereilte die vollbusige Liebhaberin der Schönheitschirurgie der Karriereknick. Sie wurde beschuldigt, einem Mafia-Clan Mitrovic als kapitalkräftiges Entführungsopfer vorgeschlagen zu haben. Der wisse mit seinem Geld ohnehin „nichts anzufangen“.

„Ceca – du bist für mich gestorben“, hatte der Eigentümer des Fernsehsenders „Pink“ darauf die Verbannung der Hits der 33-Jährigen von seinem Kanal angekündigt. Damit war eine für beide Seiten einträgliche Symbiose beendet. Und wieder einmal hatten Serbiens Königin des „Turbo-Folk“ ihre Kontakte zur Unterwelt zu schaffen gemacht.

Entführt wurde der TV-Chef zwar nicht, sauer auf Ceca ist er aber schon. Denn es war sein Sender, der sie in den 90er Jahren groß gemacht hatte. Umgekehrt war Svetlana Garant für hohe Einschaltquoten: Denn nach ihrer Hochzeit 1995 mit Zeljko Raznatovic, dem Chef der Miliz der „Arkan Tiger“, stieg das Schlagersternchen zum Megastar auf. Doch im Januar 2000 wurde die zweifache Mutter aus dem Ehe-Idyll gerissen, als Unbekannte den wegen Völkermords angeklagten Arkan niederschossen.

Die kriminellen Verstrickungen ihres Mannes machten auch der Witwe zu schaffen. Wegen obskurer Finanzgeschäfte des von ihrem Ehemann geerbten Fußballclubs FC Obilic verschwand Ceca 2003 vier Monate in Untersuchungshaft. Auch Gerüchte über Kontakte zu den Drahtziehern des Mordes an Ex-Premier Djindjic sind nie verstummt. Sie sei weder eine Kriminelle noch eine Mafiosa, pflegt die Sängerin zu beteuern: „Ich bin nur eine Frau, die sich ihren Weg durchs Leben erkämpft.“

„Niemals“ habe sie mit irgendjemanden irgendwelche Entführungspläne ausgeheckt, beteuert Ceca immer wieder. Ihren Wunsch nach einer Aussprache blockt der Ex-Gönner jedoch kühl ab: Bisher habe die deprimierte Ceca auf keine ihrer SMS-Friedensbotschaften eine Antwort erhalten, berichtete eine Vertraute in dieser Woche der Boulevardpresse.

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