Meinung : 10 000 weitere Green Cards: Mit halbem Herzen

apz

Wie so viele Reformansätze auf dem deutschen Arbeitsmarkt war auch die Einführung der Green Card gut gemeint und nicht ohne Erfolg, aber letztlich nur halbherzig. 10 000 Aufenthaltsbewilligungen für ausländische Spezialisten sind auf Anregung des Bundeskanzlers innerhalb eines Jahres erteilt worden. Die Beschäftigung der hochqualifizierten IT-Fachkräfte führte zusätzlich zur Anstellung von 25 000, vorwiegend deutschen Mitarbeitern. Weil die Bilanz der Unternehmen so ausnahmslos positiv ist, will Arbeitsminister Walter Riester jetzt der deutschen Informationstechnologie durch Anwerbung weiterer 10 000 Experten noch mehr Wachstumsimpulse geben. Drei Viertel der Unternehmen würden ihre Informatiker gerne auf Dauer anstellen. Aber das geht nicht, denn die deutsche Green Card ist, im Gegensatz zur amerikanischen, nur mit einer Arbeitserlaubnis auf Zeit verbunden. Nach fünf Jahren müssen die vorwiegend aus Indien und Osteuropa Angeworbenen wieder die Heimreise antreten. Wenn sie dort einen Job finden, gut für sie und ihr Land. Wenn nicht, Pech für Deutschland. Dann reisen sie in die USA weiter. Dort können sie auf Dauer bleiben, mit ihren Familien. Man muss nicht dreimal raten, um herauszubekommen, welches Modell auf Dauer erfolgreicher sein wird.

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