Meinung : Absurde Forderungen

„Toleranz geht vor“ vom 8. September

Über die Entscheidung der Meridian-

Stiftung, ausgerechnet Kenan Kolat, den Bundesvorsitzenden der Türkischen

Gemeinde Deutschland den „Estrongo- Nachama-Preis für Toleranz und Zivilcourage“ zu verleihen, kann man sich nur wundern.

Toleranz und Völkerverständigung (Werte also, die die Stiftung zu fördern angetreten ist) stehen mit Sicherheit nicht im Zentrum der öffentlichen Äußerungen des Herrn Kolat: Die bestehen vorwiegend in immer neuen Forderungen an Regierung und (Mehrheits-)Gesellschaft, die meist auf ständig neu behaupteten Benachteiligungen der türkischstämmigen Zuwanderer beruhen. Diese Attitüde hat Herrn Kolat in der Vergangenheit in Teilen der Presse das treffende Prädikat „Jammertürke“ (wohl in Analogie zum viel geschmähten Jammer-Ossi) eingebracht: Unvergessen sein Auftritt 2009 zur 60jährigen Verfassungsfeier in Berlin, die er mit einem reichlich turko-zentrischen Forderungskatalog eher störte als bereicherte. Mit jammernden Forderungen produzierte er, offenbar unfreiwillig, eine Karikatur seines Verbandstürkentums.

Auch Herrn Kolats mittlerweile schon zum Ritual gehörenden Störfeuer zu den bisherigen Islamkonferenzen sind legendär und fanden ihren vorläufigen Gipfel im Mai 2013 in seiner Schuldzuweisung an das politisch-gesellschaftliche System in Deutschland, wo er in einem rhetorischen Rundschlag einen institutionellen und strukturellen Rassismus in Deutschland ausgemacht haben will, den aber niemand sehen will. Außer dem Herrn Kolat natürlich, versteht sich. Ob derartige Äußerungen und Attitüden eines

türkischen Verbandsfunktionärs zivilgesellschaftliches Engagement darstellen,

darf bezweifelt werden. Ganz sicher aber signalisieren sie keine Toleranz: Der Funktionär Kolat steht für Konfrontation, Beschuldigungen und überzogene, teilweise absurde Forderungen

gegenüber der Mehrheitsgesellschaft bzw. der Politik.

Die Glaubwürdigkeit der Meridian- Stiftung jedenfalls dürfte durch diese Preisverleihung einigermaßen beschädigt sein.

Prof. Bernd Leber, Hamburg

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben