Abzug aus Afghanistan : Helfer brauchen Hilfe

Lässt die Bundesregierung ihre afghanischen Helfer im Stich? Verantwortungslos, ohne Fingerspitzengefühl, kleinlich-bürokratisch? Man kann das so sehen. Und viele sehen das so. Vielleicht dringen die leisen Töne der deutschen Diplomatie auch gar nicht zu den Übersetzern, Fahrern und Technikern durch, dass sie sich nun an einen deutschen „Ressortbeauftragten“ vor Ort wenden können, wenn sie sich bedroht fühlen. Es kann ja ernsthaft keinen Zweifel daran geben, dass es so klug wie moralisch geboten ist, diesen Menschen, die den Einsatz der Deutschen am Hindukusch überhaupt erst möglich gemacht haben und denen nach dem Abzug als „Verrätern“ die Rache der Radikalislamisten droht, jede denkbare Hilfe zukommen zu lassen. Aber, und dieses Aber mag unmenschlich klingen: Angesichts tausender internationaler Organisationen in Afghanistan – Truppen, Vereinen, Unternehmen – gibt es Millionen Afghanen mit Kontakten zu Ausländern. Es ist schlicht unmöglich und im Sinne des Wiederaufbaus Afghanistans auch nicht wünschenswert, diesen allen Asyl zu gewähren. Man wird also – und nichts anderes tut die Bundesrepublik – jeden Einzelfall prüfen müssen. Solcherlei Vernunft ist nicht politisch verwertbar, ist kein „Signal“ und keine dramatische Geste – solcherlei Vernunft ist einfach nur: vernünftig.mis

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