Afghanistan : Bundesregierung bleibt hinterm Baum

Bei allem Verständnis dafür, dass unser Außenminister besorgt ist wegen der Lage in Afghanistan und der Bedrohung für die Bundeswehrsoldaten – das reicht nicht. Hilfreich ist es auch nicht.

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Wichtiger wäre, Präsident Hamid Karsai endlich deutlicher in die Schranken zu weisen, weil der mit seinen Kommentaren gegen beinahe jede Nato-Aktion Vorbehalte und Aggression in der einheimischen Bevölkerung noch schürt. Dabei ist es im Wesentlichen die Allianz, die ihn im Amt hält. Hinzu kommt, dass die Bundeswehr gerade insgesamt umgebaut wird, um Einsätze wie den am Hindukusch ohne Substanzverlust zu ermöglichen. Helfen im Ausland wird ein fester und wesentlicher Bestandteil ihrer zukünftigen Aufgabe. Die Bundesrepublik kann sich ihrer internationalen Verpflichtung auch auf diesem Feld nicht entziehen, ohne ihren Anspruch zu verwirken, international mehr mitzureden. Seid nicht feige, lasst mich hintern Baum: Diese und jede andere Form einer Ohne-mich-Haltung wird weder der Bundesregierung diplomatisch noch der Bundeswehr militärisch im Rahmen der Nato verziehen. Die Lastenteilung, ein altes Stichwort in der Allianz, erhält hier neue Bedeutung. Das gilt nicht zuletzt für die Diplomatie.

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