Meinung : Afghanistan: Das Schloss der Mullahs - Die Diplomaten sollen wieder abreisen

clw

Nun sollen sie also wieder abreisen, die Diplomaten aus Deutschland, Australien und den USA. Gekommen waren sie, um ihren von den Taliban inhaftierten Bürgern zu helfen. "Konsularischer Beistand" nennt man das. Und Beistand haben die acht westlichen Entwicklungshelfer bitter nötig in einem Land, in dem weniger die islamische Scharia als die Willkür regiert. Es dauerte Tage bis die Diplomaten überhaupt ein Visum erhielten. Endlich in Kabul waren sie mit einer Situation konfrontiert, die an Kafkas "Schloss" erinnert: Sie wurden weder zu den Gefangenen noch zu den Herrschenden vorgelassen. Bekamen aber umso deutlicher die verborgene, sich verbergende Macht zu spüren: Jeglicher Kontakt zu den Inhaftierten wurde verhindert. "Psychoterror" nannte einer der Diplomaten diese Taktik. Genüsslich nutzen die von der Weltgemeinschaft Ausgeschlossenen ihre Macht über Menschenleben, um dem verhassten Westen seine Ohnmacht vorzuführen. So quälen die Taliban diejenigen, die selbstlos versuchten, dem von der talibanischen Geißel gepeinigten afghanischen Volk zu helfen. Und beweisen so abermals ihre Niedertracht.

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