Meinung : Afghanistan: Die Last des Sieges

cvm

Zum Thema Vereinte Nationen: Fünf-Punkte-Plan für Afghanistan
Online Spezial: Terror und die Folgen
Themenschwerpunkte: Krieg - Afghanistan - Bin Laden - Islam - Fahndung - Bio-Terrorismus
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Was ist mühseliger als ausbleibender Erfolg? Der zu schnelle Sieg. Weder die Kriegsallianz noch die Vereinten Nationen können mit dem Tempo mithalten, in dem sich die Taliban-Herrschaft auflöst. Jetzt soll bereits ihre Hochburg Kandahar im Süden gefallen sein. Innerhalb weniger Tage hat die Nordallianz ein Gebiet von der Größe des vereinten Deutschland erobert. Das war nur möglich, weil dreierlei zusammenkam: das Flächenbombardement der Taliban-Stellungen durch die Amerikaner, das die Moral gebrochen hat. Das schnelle Nachrücken der Nordallianz mit Panzern, das in vielen Regionen durch Aufstände gegen die Taliban unterstützt wird. Und drittens ist der Rückzug der Taliban nur zum Teil eine Flucht, zum anderen die bewusste Entscheidung, Städte und Gelände zu räumen, die sie nicht auf Dauer halten können; sie wollen aus den Bergen einen Guerilla-Krieg führen. Was also lässt sich tun für eine stabile Ordnung? Alle Vorschläge haben schwere Nachteile. Jene, die bereit sind, UN-Friedenstruppen zu stellen, wie Bangladesh, können sich keinen Respekt verschaffen. Das könnten die USA und ihre westlichen Verbündeten. Aber die würden bald als Besatzungsmacht diffamiert. Sie sollten sich auf den Kampf gegen das Terrornetz konzentrieren. Man muss es wohl aushalten, dass vorerst die Nordallianz Kabul kontrolliert. Die von allen Afghanen auszuhandelnde Lösung muss man später mit der Zusage oder dem Entzug von Hilfe durchsetzen.

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