Meinung : Afghanistan: Die Macht der Zeremonien

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Der Berg kreißte - und gebar eine Stunde nach Mitternacht am 4. Dezember ein zunächst abstraktes Kind: Die afghanischen Delegierten auf dem Petersberg bei Bonn einigten sich auf ein Dokument, das Grundlage für den Aufbau eines künftigen Staates sein soll. Namen und Posten müssen freilich noch folgen - was schwierig wird, weil die sechsmonatige Übergangsregierung schon die Weichen stellt für die zukünftige Machtverteilung in Afghanistan. Viele der Delegierten sind durch lange Exilerfahrung oder frühere politische Arbeit geprägt. Bonn, Brüssel, sogar Washington ist für sie vertrautes Terrain. Um aber der afghanischen Bevölkerung das Gefühl zu geben, dass die Zukunft ihres Landes nicht bloß in weiter Ferne begonnen hat, wird es unerlässlich sein, die Unterzeichnung der Vereinbarung nicht nur in Bonn zu feiern. Auch und gerade im Lande selber muss das Einsetzen der neuen Regierung mit einem sichtbaren Zeremoniell begangen werden, um angenommen zu werden. Darüber aber hat man sich in diplomatischen Kreisen bisher kaum Gedanken gemacht. Notwendig ist, dass die afghanischen Bürgerinnen und Bürger wissen: die neue Regierung ist unsere. Und keine, die vom Ausland aufgezwungen wurde.

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