Meinung : Afghanistan-Schutztruppe: Einsatzbedingungen

hmt

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Die mühsame Reise der Bundeswehr nach Kabul scheint keine Empfehlung dafür zu sein, dass Deutschland bei dem UN-Einsatz in Afghanistan eine Führungsrolle übernimmt. Und trotzdem ist es politisch folgerichtig, dass die Bundesregierung nun ihre Meinung darüber geändert hat, ob sie unter bestimmten Bedingungen in Kabul die Funktion der "Lead Nation" übernehmen soll. Der politische Wille Berlins, zu Wiederaufbau und Frieden beizutragen, ist ebenso groß wie das Vertrauen der Afghanen in die Deutschen. Und niemand wird den Deutschen vorwerfen, sie hätten sich aufgedrängt. Das Gegenteil ist richtig: Sie haben gezögert, so dass mancher wegen der Abhängigkeit von militärischen Fähigkeiten anderer Nationen schon den Schutz der Bundeswehrsoldaten gefährdet sah. Die Bereitschaft hängt an Bedingungen: Die Aufgaben in Mazedonien müssen reduziert werden, die Risiken in Kabul sind hoch, die afghanische Regierung will eine Ausweitung der Schutzregion, die kaum leistbar scheint. Aber da ist auch eine große Chance: Wenn es der Berliner Außenpolitik gelänge, die Aufgabe mit den europäischen Partnern zu teilen und zu einer EU-Mission aufzuwerten, könnte sie in Kabul viel für Europas Zukunft tun.

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