Afghanistanbeauftragter : Der deutsche Holbrooke

Die Nachricht hört sich gut an: Die neue Regierung will einen Afghanistanbeauftragten einsetzen, der endlich ressortübergreifend tätig sein soll.

Damit würde eine alte Forderung nationaler und internationaler Experten eingelöst – wenn der Posten wirklich ernst genommen wird. Die Deutschen könnten die zwischen vier Ministerien aufgeteilten Zuständigkeiten in einer Spitze bündeln. Der amtierende Außenminister Steinmeier hatte das bereits mit der Ernennung von Bernd Mützelburg versucht: Der blieb aber nur sein Gesandter – die Interessen waren zu widerstrebend. Die sind auch unter Schwarz-Gelb nicht geringer. Alle fürchten bei solch einem Schritt, dass ihnen etwas genommen wird. Deshalb ist es umso wichtiger, dass der Posten mit einer prominenten, allseits anerkannten, keiner der Regierungsparteien zu nahe stehenden und bestens international vernetzten Persönlichkeit besetzt wird. Und er muss auch Pakistan im Blick haben, sonst ergibt der Job wenig Sinn. Diese Person wäre das Pendant zum US-Beauftragten Richard Holbrooke, sollte aber tunlichst nicht so rabiat wie dieser auftreten. Gerade jetzt, da sich die in Afghanistan engagierten Staaten an einem Wendepunkt stehen, wartet auf einen solchen Beauftragten eine Menge Arbeit. mue

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