Meinung : Agrarwende rückwärts

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Peter Harry Carstensen liebt klare Worte. Deshalb hat er gleich bei seiner Vorstellung als Unions-Agrarexperte gesagt, wo die Reise hingehen soll, wenn er nach der Bundestagswahl Minister werden sollte. Für Verbraucherschutz will er gar nicht mehr zuständig sein. Den Ökolandbau verstärkt zu fördern, hält er für Unsinn, das mache nur die Preise kaputt, und mit der Benachteiligung der konventionellen Bauern will Carstensen auch Schluss machen. Stoibers Agrarmann soll im Wahlkampf vor allem die Bauern beruhigen – seit Jahrzehnten eine sichere Bank der Union. Die Bauern haben noch nie SPD gewählt. So gesehen ist Carstensen genau der Richtige, um sie bei Laune zu halten, damit sie am Wahltag das Kreuz an der richtigen Stelle machen. Aus Verbrauchersicht ist Carstensen allerdings eine große Enttäuschung. Zwar sagt er, es sei wohl ein Fehler gewesen, jahrelang zu behaupten, in Deutschland gebe es keinen Rinderwahn. Gelernt hat er daraus aber offenbar wenig. Die Verbraucher sind selbstbewusster geworden. Sie glauben schon lange nicht mehr, dass alles, was für die Bauern gut ist, auch für sie gesund ist. Carstensen wird die Agrarwende am Ende nicht aufhalten können. Ohne die Verbraucher sind auch die Bauern nichts. deh

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