Air Berlin : Langer Weg

Das Streichen der Direktflüge von Tegel nach Los Angeles zeigt, dass Berlin noch weit davon entfernt ist, sich zu einem Drehkreuz zu entwickeln. Die Entscheidung von Air Berlin trifft den Flughafenstandort Berlin hart.

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Turbine eines Air Berlin Flugzeugs
Air Berlin streicht FlügeFoto: DPA

Es ist „nur“ eine Verbindung, die Air Berlin in ihrer Heimatstadt aufgibt. Das Streichen der Direktflüge von Tegel nach Los Angeles trifft den Flughafenstandort Berlin aber hart. Hier ist man froh über jede interkontinentale Verbindung, sei es in die USA, nach Peking oder nach Ulan Bator. Jedes Pflänzchen, aus dem ein kräftiger Stamm werden kann, zählt. Da schmerzt ein solcher Rückzug. Und er zeigt, dass Berlin noch weit davon entfernt ist, sich zu einem Drehkreuz zu entwickeln. Es ist nicht gelungen, die Maschinen gen Los Angeles mit Passagieren aus Zubringer-Flügen so zu füllen, dass das Geschäft rentabel wäre. Dass die tief in der Krise steckende Air Berlin deshalb den Kurs ändert und lieber am funktionierenden Drehkreuz Düsseldorf abhebt, ist daher am Ende verständlich. Tegel ist eben nicht als Drehkreuz konzipiert; vieles funktioniert schlechter als an anderen Flughäfen – nicht nur beim Gepäcktransfer. Besser wird es erst mit dem BER in Schönefeld. Doch dahin ist es noch ein langer Weg.

Selbst die Anwohner in Tegel können sich über den Rückzug von der Langstrecke nach Los Angeles kaum freuen. Gestartet und gelandet sind die Maschinen tagsüber. Die Anwohner wollen aber nachts entlastet werden. Aber bitte nicht durch das Streichen weiterer Drehkreuz-Flüge.

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