Air Berlin : Wer frisst wen?

Joachim Hunold legt ein atemberaubendes Tempo vor. Börsengang, teure Flugzeugbestellungen, Übernahmen – Air Berlin ist ständig in Bewegung.

Joachim Hunold legt ein atemberaubendes Tempo vor. Börsengang, teure Flugzeugbestellungen, Übernahmen – Air Berlin ist ständig in Bewegung. Nach dba und LTU soll jetzt Condor dazugehören. Aus einem kleinen Ferienflieger entsteht ein bedeutender Luftfahrtkonzern. Dieser Leistung kann und muss man Hochachtung zollen. Nur wirft Hunold nach und nach Prinzipien über Bord, die ihm den Erfolg erst ermöglicht haben. Jahrelang hielt er die Gewerkschaften auf Abstand, jetzt handelt er Tarifverträge aus. Jahrelang war Langstrecke nichts für Air Berlin, jetzt soll es mit LTU und Condor doch gehen. Und jahrelang blieben Großinvestoren draußen. Das wird nun ebenfalls anders, wenn der Deal klappt. Dann nämlich wird Thomas Middelhoff, der einst auch als Heuschrecke sein Geld verdiente, bei Air Berlin mehr zu sagen haben als Hunold. Schließlich ist sein Arcandor-Konzern der mit Abstand größte Einzelaktionär. Möglicherweise muss man die Nachricht am Ende umdeuten. Der Einstieg könnte für Arcandor nur der erste Schritt in Richtung Übernahme gewesen sein. Wenn es so käme, hätte Hunold auf dem Höhepunkt einer beispiellosen Karriere seinen Meister gefunden. Eine gewagte These, gewiss. Abwarten. mod

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