Meinung : Airlines: Absturz in Raten

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Einen kleinen positiven Aspekt zumindest hat die Sabena-Pleite: Sie trifft Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner nicht so völlig unvorbereitet wie es bei Swissair der Fall war. Als sich abzeichnete, dass die Schweizer nicht wieder auf die Beine kommen würden, war der Konkursantrag der belgischen Tochter Sabena nur noch eine Frage der Zeit. In 40 Jahren haben die Belgier lediglich zwei Mal Gewinn erwirtschaftet. Über Jahre setzte das Management einseitig auf Expansion, ohne die Kosten zu kontrollieren. Sabena schaffte immer neue Flugzeuge an, aber beförderte immer mehr Kunden zu Billigtarifen. Die Quittung hat Sabena jetzt bekommen. Ohne Konkursantrag lässt sich der Milliarden-Schuldenberg nicht abtragen. Im Unterschied zur Swissair-Tochter LTU: Die Düsseldorfer sind frei von Schulden. Nach turbulenten Jahren wurde ein Sanierungskonzept in Angriff genommen, das Aussicht auf Erfolg hatte. Und doch gestaltet sich die Suche nach neuen Geldgebern auch hier außerordentlich schwierig. Nach dem 11. September meiden Investoren die Branche. Und so wie die Dinge stehen, läuft auch für LTU die Uhr ab. Für die Regionalpolitiker mag es eine schockierende Erkenntnis sein: Sabena und LTU sind ersetzbar. Es gibt zu viele Airlines, die - wie Virgin Air oder Ryanair - bereit stehen, in die Bresche zu springen; egal ob für einen Nationalcarrier oder Ferienflieger.

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