Allein mit Justin : Ein ganzes Stadion voller Liebe

Justin Bieber reserviert ein ganzes Stadion, um mit seiner Liebsten in Ruhe "Titanic" anzugucken. Wie schön, dass es noch Romantik gibt - und nur Unromantiker werden die Aktion als großkotzig abtun.

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Junges Glück. Selena Gomez und Justin Bieber.
Junges Glück. Selena Gomez und Justin Bieber.Foto: dpa

Eigentlich bedarf es nur dreier Worte. Zumindest im Deutschen, der Italiener zum Beispiel braucht nur zwei. Wie viel auch immer, es sind die schönsten Worte der Menschheit, immer schon, von Anfang an und auf alle Ewigkeit. Man kann sich natürlich auch wortreich erklären, mit einem langen, selbstredend, handgeschriebenen Brief, oder stumm mit Blicken bei einem romantischen Dinner hoch über den Wolken. Sie sind schon unter Wasser geblubbert worden und gewiss auch gegen den Wind gebrüllt beim gemeinsamen Fallschirmsprung.

Obelix überreichte seiner Falbala als Liebeserklärung die Helme der von ihm zuvor verhauenen Legionäre, was nur der als unromantisch bezeichnen kann, der nicht weiß, dass Obelix damit sein Liebstes hergab. Cleopatra schenkte dem Caesar einen zusammengerollten Teppich mit Inhalt, nämlich ihr selber, und im Gegenzug dankte es Caesar ihr mit ein paar gewonnenen Schlachten und der Vergöttlichung mittels einer goldenen Statue. Was, weil aufwendig und teuer, gewiss nicht jedermanns Sache ist. Auch ist Werthers Methode nicht zur Nachahmung zu empfehlen. Schließlich Hildegard Knef. Die bestand darauf, dass für sie rote Rosen regnen sollten, seitdem flattern immer mal wieder wenigstens Blütenblätter von Balkonen oder anderen erhöhten Positionen auf den oder die Geliebte herab.

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Justin Bieber und seine Fans

Sicherlich spielt auch die Größe des Geldbeutels eine Rolle für die Form, mit der sich Liebende erklären. Die Formen reichen vom bloßen Kniefall bis hin, bis hin, ja, bis hin zum Anmieten eines Stadions. Letzteres hat gerade Justin Bieber, der Schwarm sehr junger Teenager, getan. Der Junge ist 17, und weil er mit seiner Freundin Selena Gomez, die ist 18, alleine und ungestört „Titanic“ mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio anschauen wollte, hat er das Staples Centre in Los Angeles reserviert. Eine ganze Arena. Nur für zwei und einen Film. Wenn Bieber singt oder die örtlichen Basketballer der Lakers spielen, passen in die Arena immerhin 20 000 Menschen rein. Aber nun nur Justin und Selena, wie schön, dass es noch Romantik gibt, selbst bei den Jüngsten.

Unromantiker werden die Aktion als großkotzig werten, als PR-Gag abtun, offensichtlich haben die Betreiber der Arena das befürchtet und erklärt, Bieber habe nichts zahlen müssen, als Dank für drei ausverkaufte Konzerte. Aber wer will dieses profane Zeug hören, das Gerede von Geschäftemacherei und künstlichen Gefühlen? Es geht doch immer nur um drei Worte.

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