Meinung : Alles auf Anfang

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Mit wüsten Drohungen hat die vermeintlich geläuterte PKK auf die Entscheidung der EU reagiert, sie als terroristische Organisation einzustufen. Der Wutausbruch macht deutlich, wie wichtig der europäische Rückzugsraum den kurdischen Rebellen war. Seit der Ergreifung ihres Anführers Abdullah Öcalan vor drei Jahren, der ihre militärische Niederlage im Kampf gegen die Türkei besiegelte, feilte die PKK-Führung an einer politischen Strategie. Die PKK-Truppen wurden aus der Türkei abgezogen, den Terroranschlägen gegen Türken und Touristen wurde öffentlich abgeschworen, die totalitäre Rebellenorganisation PKK wurde zur politischen Partei KADEK umfrisiert. Einfach war das nicht, musste die neue Linie doch gegen hartnäckigen Widerstand in den eigenen Reihen durchgesetzt werden. Der Erfolg begann sich gerade einzustellen: Mit ihrer Kampagne für Sprachfreiheit trieb die Kurdenbewegung den türkischen Staat ein wenig in die Enge, was auch am Rückenwind aus der Europäischen Union lag. Doch jetzt ist die Salonfähigkeit dahin, die die Rebellen nach dem Vorbild der PLO angestrebt hatten. Damit wird die PKK an den Punkt zurückgeworfen, an dem sie nach der Festnahme Öcalans stand. Die Gewaltfrage stellt sich neu. güs

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