Meinung : Alles Jevel

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Der TVSlogan der Firma schlägt kategorisch deutsche Töne an: „Kein Stress/keine Termine/kein anderes Bier“. Abschalten und volllaufen lassen – das ungefähr ist die in diese strengen Zeilen gekleidete Botschaft, zu der sich ein Jever- Trinker erleichtert in den friesischen Dünensand plumpsen lässt. Doch wie ließe sich diese herbe Aussage zum Beispiel den Chinesen beibiegen, die ja gerade erst den Charme des kapitalistischen Stresses entdecken, massenhaft Termine für ein Statussymbol halten und Bier für den Zaubertrank der rundäugigen Teufel? Muss wieder mal der Fußball einspringen. Die Firma Jever sponsort ab sofort den südchinesischen Fußballclub Sichuan Guancheng mit 1,2 Millionen US-Dollar sowie Bier für weitere 240 000 Dollar. Was mit dem Bier geschieht, ist klar: Das trinkt die Mannschaft vor dem Spiel. Doch das Geld dürfte schwerer unterzubringen sein. Trikots, na gut. Vielleicht kaufen die Chinesen dafür einen deutschen Spitzentrainer, der den Kickern beibringt, wie man sich volltrunken dem gegnerischen Tor nähert? Ein paar Dollar werden sicher noch fällig, um die richtige Aussprache von „Jever“ zu lernen. Kein anderes Bier? Nein. Bellinel Pilsnel hätte in China keine Chance.

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