Meinung : Altenpflege: Gegen den Missbrauch

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Wer sich im Lande umschaut, sieht allerorten neue Alten- und Pflegeheime entstehen. Der Markt dafür ist groß, und er wächst beständig. Schon heute ist jeder fünfte Deutsche älter als 60 Jahre. 2030 wird bereits ein Drittel der Gesamtbevölkerung im Seniorenalter sein. Gleichzeitig wächst die Zahl der Hochbetagten. Viele von ihnen sind ohne Angehörige, viele schwer- oder schwerstpflegebedürftig. Da ist es gut, dass es Heime gibt. Viele Alte, die noch in ihren eigenen vier Wänden wohnen können, benötigen häusliche Hilfe. Auch das ist ein wachsender Markt. Viel Geld wird hier mittlerweile verdient. Und wer weiß, wie teuer ein Platz in einem Alten- oder Pflegeheim ist, ahnt, dass für manchen die Versuchung groß ist, kräftig abzusahnen. Nach Ermittlungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen wurden in zehn Prozent der Heime Missstände entdeckt. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Berichte über menschenunwürdige Behandlung hört man immer wieder. Die Bundesregierung will dagegen nun mit einer Änderung des Heimgesetzes und einem Gesetz zur Qualitätssicherung bei der Pflege nun angehen. Die alten Menschen sind oft allein nicht mehr in der Lage, ihre Interessen gegen Geschäftemacher zu verteidigen. In der überwältigenden Mehrzahl der Heime ist das alles kein Problem. Sie sind gut geführt und mühen sich, den Pflegebedürftigen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Doch was ist mit den anderen? Die Bundesregierung will die Rechte der Heimbewohner, ihrer Angehörigen und die Organe der Selbstverwaltung stärken, um den Missbrauch zu begrenzen. Das ist gut so. Die staatliche Kontrolle wird, endlich, verschärft. Damit wird Missbrauch nicht gänzlich verhindert werden. Aber schwarze Schafe haben es schwerer.

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