Meinung : Am Ende gewinnt immer die Nasa

WETTLAUF ZUM MARS

-

Ein Geländefahrzeug so groß wie ein Smart ist am Sonntag sicher auf dem Mars gelandet. Seine Entdeckungsreise wird in den nächsten Wochen auf allen Fernsehkanälen zu sehen sein und uns nahe bringen, wie ähnlich unsere Erde anderen Planeten im Weltraum ist, an welch’ seidenem Faden das Schicksal unseres Lebens womöglich hängt. Der Kundschafter, der uns die Bilder übermitteln wird, fährt im Auftrag der Nasa. Ihre kleine europäische Schwesterorganisation Esa hat umgehend gratuliert, nachdem sie mit dem Versuch, der Nasa zuvorzukommen, gescheitert war. Es ist wahrscheinlich, dass Europas „Beagle“ keinen Funkton mehr von sich geben wird. Hätten die Europäer lieber darauf verzichten sollen, sich auf einen Wettlauf einzulassen, bei dem sie nur den Kürzeren ziehen konnten? Diese Frage wird nun immer häufiger gestellt. Tatsächlich war das Risiko, dass die Esa einging, sehr viel höher als das der Nasa, die deutlich mehr Aufwand für ihre Marslandung betrieben hat. Womöglich haben die technischen und finanziellen Mittel der Esa nicht ausgereicht, ein derartiges Weltraumabenteuer zu bestehen. Doch Raumfahrt ist seit jeher riskant. Die Esa hat ihre teure Raumsonde „MarsExpress“ sicher ans Ziel gebracht. Der kleine „Beagle“ war ein spektakuläres, zusätzliches Experiment. Er war das Risikokapital, das zum Gutteil die Briten bereitstellten, von denen die Idee für den Roboter kam. Die Esa hat dieses Risiko nur nie öffentlich benennen wollen. Und Pech gehabt. tdp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben